Oliver Goers
Geschichte der bundesdeutschen Friedensbewegung
herausgegeben vom Arbeitskreis für Friedenspolitik Berlin
1999
61 Seiten, 3,-- €
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Arbeitskreis für Friedenspolitik, c/o Brigitte Runge, Hohensteiner Weg 3, 15377 Oberbarnim, OT Klosterdorf
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Inhalt:
- Widerstand gegen die Wiederbewaffnung
- Opposition gegen die atomare Bewaffnung
- Ostermarschbewegung und friedenspolitisches Engagement der APO
- Die Entwicklung in den 70er Jahren: Anti-Atomkraft- , Bürgerinitiativ- und Ökologiebewegung
- Die Friedensbewegung der 80er Jahre: Rahmenbedingungn
- Entwicklung und Aktionsformen
- Die Rolle der Parteien
- Zusammenfassung und Bewertung
- Exkurs: Friedensbewegungen in der DDR
- Entwicklung bis zur Gegenwart
- Sicherheitspolitische Alternativkonzepte: Soziale Verteidigung, Konzepte Defensiver Verteidigung
- Abschließende Bemerkungen
Literatur
Anhang: Kurze Chronik des „Arbeitskreises Atomwaffenfreies Europa“ – heute „Arbeitskreis für Friedenspolitik
Diese Arbeit von Oliver Goers beschäftigt sich mit den wichtigsten Entwicklungen und Haupttendenzen der bundesdeutschen Friedensbewegung. Dabei handelt es sich auch um ein zeitgeschichtliches Dokument des aus dem „Arbeitskreis Atomwaffenfreies Europa“ hervorgegangenen „Arbeitskreises für Friedenspolitik“ mit der Zeitspanne von Gründung der Bundesrepublik bis in die heutigen Tage, welches in dieser Konzentration seines Gleichen sucht.
Wir glauben, dass die geschichtliche Erinnerung der 50-jährigen Arbeit der deutschen Friedensbewegung, mit ihrem außergewöhnlichen Aufschwung Anfang der achtziger Jahre ein wichtiges, nicht zu vergessendes Lehrstück solidarischen und durchaus wirksamen Bürgerengagements ist: Biographisch wie auch politisch bedeutungsvoll: Demokratie von unten.
Was dabei die besondere Leistung des Herausgebers, also des „Arbeitskreises Atomwaffenfreies Europa“ war, wird im Anhang kurz zusammengefaßt: Der AKAE war im Netz der vielen hundert Friedensinitiativen, die in diesen Jahren in Westdeutschland entstanden, eine Besonderheit, insofern er durch Kongresse, öffentliche Diskussionsveranstaltungen mit prominenten Rednern, durch informative „Rundbriefe“ und sogar durch eine Buchreihe eine intellektuell anspruchsvolle und argumentativ seriöse (auch kontrovers diskutierende) friedenspolitische Plattform schuf.
Aber Erinnerungsarbeit ist durchaus auch nach vorn gerichtet: Was können wir aus den vergangenen Jahrzehnten lernen? Unsere Arbeit ist ja keineswegs getan. Es gab in den letzten Jahren nicht wenige, die die Arbeit der Friedensinitiativen für „beendet“ hielten. Der Kosovo-Krieg und die Hilflosigkeit der offiziellen Politik hinsichtlich einer möglichen Beendigung der serbischen Terroraktionen gegen die Kosovaner hat allen Nachdenklichen gezeigt, dass die Friedensbewegung auch nach der großen atomaren Blockkonfrontation mit furchtbaren aktuellen Notständen konfrontiert ist: 800 000 Kosovaner auf der Flucht – eine NATO-Luftkriegs-Aktion, die unendliche Not- und und Zerstörung in ganz Serbien verursacht hat – ein Kosovo-Regime unter UN-Aufsicht, bei dem neue Terroraktionen, diesmal gegen die im Kosovo lebenden Serben, organisiert werden. Dies alles zeigt, dass die Arbeit der Friedensbewegung und der vielen hundert Friedensinitiativen, die in diesen Jahren in Westdeutschland entstanden, leider keineswegs getan ist.
Und es hat sich im Fall von Kosovo zugleich auch eine erschreckende Hilflosigkeit – ein dringender Anlass neu, gründlicher nachzudenken – in der Friedensbewegung gezeigt. Denn alle waren schnell bei der Hand, die massive Überreaktion, Falschreaktion der NATO-Luftstreitkräfte anzuprangern, - aber ein einigermaßen erfolgversprechendes Alternativkonzept, wie man die verbrecherische Herrschaft der Milosevic-Soldateska im Kosovo beenden könnte, haben wir auch in der Friedensbewegung von niemandem vernommen.
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